Der Film des belgischen Regisseurs Sam Gabarski mit Marianne Faithfull in der Hauptrolle ist als echtes Highlight auf der Berlinale anzusehen. Ein Film, der eher aus Zufall in der britischen Working Class angesiedelt wurde, ursprünglich war die Geschichte in Brüssel angesiedelt, doch durch glückliche Fügung wurde das Drehbuch umgeschrieben und in London angesiedelt. Zur Story: Maggie ist verwitwet und arbeitslos. Sie hat nie in ihrem Leben eine Ausbildung gemacht. Auch ihr Sohn und ihre Schwiegertochter haben keinen Job. Maggies Enkelsohn ist lebensbedrohend erkrankt und liegt in einer Londoner Klinik. Es gibt nur einen Spezialisten der ihm helfen könnte, doch dazu müsste die Familie nach Australien fahren. Die Reise und Unterkunft dorthin ist unerschwinglich teuer, Geld ist nicht vorhanden und dazu wird die Zeit knapp, denn in sechs Wochen wird der Junge zu schwach sein um die Reise zu überstehen.
Durch Zufall sieht Maggie in Soho ein Schild mit der Aufschrift „Hostess gesucht“, sie betritt den Laden und spricht mit dem Geschäftsführer. Dieser fragt Maggie ob sie eine Vorstellung davon hat welche Tätigkeit eine Hostess ausüben muss, aber Maggie hat keine Ahnung. Miki, der Geschäftsführer, betrachtet Maggies zarte Hände und erklärt ihr was sie zu tun hat: Männern einen runterholen. Zunächst ist Maggie schockiert, aber als sie hört das sie bis zu 700 Pfund pro Woche verdienen kann nimmt sie den Job an. Sie wird von einer Kollegin angelernt und wird mit der Zeit zum Star dieses Etablissements: die beste rechte Hand Londons. Ihre wöchentlichen Einnahmen kann sie mit dem Künstlernamen Irina Palm nochmals steigern. Die Akkordarbeit hat ihren Preis und sie bekommt Schmerzen in ihrem rechten Arm und muss von einem Arzt im Club behandelt werden, ihre Kollegin nennt diese Erkrankung einen Penisarm. Maggie hat sich ihr Reich im Club mit Bildern von zu Hause nett eingerichtet und die Situationskomik ist sehr gut gelungen, wenn Maggie ihre Thermokanne und ihre Brotdose auspackt, sich einen Hausfrauenkittel anzieht und ihrer Arbeit nachgeht. Wenn Maggie jeden Tag ihren Londoner Vorort verlässt versucht sie ihren Freundinnen aus dem Weg zugehen „Ich habe keine Zeit, ich muss arbeiten“. Auf Fragen nach ihrer Armschlinge, antwortet sie das sie sich beim Hausputz eine Zerrung zugezogen hat. Als sie schließlich von Miki 6000 Pfund ausgeliehen bekommt, mit der Bedingung die Summe abzuarbeiten und das Geld ihrem Sohn übergibt, damit er die Reise nach Australien organisieren kann, wird sie natürlich nach der Herkunft des Geldes gefragt, aber sie gibt keine Auskunft. Der Sohn ist misstrauisch und beginnt Maggie zu verfolgen. Als er sie schließlich im Pornoschuppen in Soho findet, kommt es zum Eklat. Er beschimpft seine Mutter als Hure. Marianne Faithfull spielt in diesem Film eine grandiose Rolle. Eine mausgraue, Stiefel und Kaputzenmantel tragende Hausfrau, die alles für ihr todkrankes Enkelkind gibt und am Ende sogar Liebe findet. Absolut empfehlenswert.