Ein Mädchen hält sich für einen Cyborg. Nachdem die Fabrikarbeiterin sich an ihrem Arbeitsplatz die Pulsadern aufgeschnitten hat, um dort ein Stromkabel anzuschließen und dies mit Strom zu beschalten, landet Young-goon im Sanatorium. Und da ist sie nicht die Erste in ihrer Familie: Ihre Großmutter wurde ebenfalls eingewiesen, sie hielt sich für eine Maus, aß den ganzen Tag Rettich und wies auch Mimik und Gestik des kleinen Nagers auf. Als Roboter hält Young-goon natürlich keine Kontakte zu Menschen, sondern führt Gespräche mit diversen Geräten, wie zum Beispiel dem Getränkeautomaten der Anstalt. Wenn die anderen essen, leckt sie an Batterien. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Sie magert ab, beginnt zu halluzinieren, was der Film mit Szenen zeigt, in denen ihre Finger zu den Läufen einer Maschinenpistole werden, mit denen sie rund um sich zu schießt. Ganz in Cyborg-Manier eben. Sie schießt in ihrer Fantasie auf das Personal des Sanatoriums. Das liegt daran, dass sie glaubt, alle Menschen in weißen Kitteln umbringen zu müssen. Und das folgt wieder aus dem Trauma, das sie erlitt, als ihre Großmutter abgeholt wurde. Ihre Oma erscheint ihr im Film auch immer wieder und hilft bei der Suche nach dem Sinn des Lebens.
Ein Mitpatient verliebt sich in Young-goon. Sie erwidert seine Liebe. Er schafft es mit seiner Sensibilität und einem Trick, sie wieder dazu zu bringen, zu essen, indem er sagt, er habe ein „Reismegatron“ erfunden, das Reis in elektrische Energie umwandeln kann. Der entsprechende Zugang bei ihr, an dem er das Gerät installieren müsse, befinde sich auf ihrem Rücken. Da sie ihren Rücken nicht sehen kann, gelingt es ihm, sie glauben zu machen, er habe das Megatron eingebaut. Nach anfänglichem Misstrauen schafft er es dann, sie wieder zum Essen zu bewegen. Fortan suchen beide gemeinsam nach dem Sinn des Lebens. Young-goons Großmutter hatte ihr den mitgeteilt, als Young-goon nach einer Elektroschocktherapie in einem Beatmungsgerät lag, und sie deshalb nicht hören konnte. Sie formt nun die Lippenbewegungen nach, die sie sehen konnte, und ihr neuer Freund liest diese ab. Beide kommen zu dem Schluss, dass der Sinn ihres Lebens sein müsse, dass sie eine Atombombe ist, die die Welt zerstören soll. Dazu braucht sie 9 Milliarden Volt. Diese Spannung erhofft sie sich von einem Blitz, sodass sich beide bei Unwetter auf ein Bergplateau begeben. Ob die Unternehmung von Erfolg gekrönt ist, soll hier nicht verraten werden. I’m A Cyborg but that’s ok ist ein Film, der polarisiert. Der teilweise etwas überdrehte, verrückte Streifen spricht ein klar definiertes Publikum an, das sich auf solche Filme einlässt. Die verschiedenen Ebenen, wie zum Beispiel die Realität und die Halluzinationen des Mädchens, aber auch die Suche nach einer klaren Story erinnern etwas an David Lynch, insbesondere dessen „Mullholland Drive“, auch, wenn das Budget bei dem Cyborg Film erkennbar kleiner war. Auch Blut sollte der Zuschauer mögen, denn die Eröffnungsszene, in der sich die Protagonistin den Arm aufschneidet, ist nichts fürs leichte Gemüt. Bei uns wird I’m A Cyborg, but that’s ok sicherlich nur in einigen Programmkinos laufen. Wer solch abgedrehte, wirre Filme mag, sollte ihn sich anschauen, wenn er ohne größeren Aufwand dran kommt. Wer mit solchen Filmen nichts anfangen kann, sollte unbedingt die Finger davon lassen.